Archiv für den Monat: März 2009

Duisburg – Stadt ohne Hoffnung

Nachdem in Duisburg entgegen dem Willen der Bürger der Bau einer Forensik durchgezogen wurde, wird nun der Rest von Duisburg endgültig in eine Müllkippe verwandelt (s.u.):

  • 800 MW Steinkohlenkraftwerk
  • Zementwerk das mit 40% Sondermüll „geheizt“ wird
  • Erweiterung der Sondermüllverbrennungsanlage Krefeld
  • Im Duisburger Norden ist bereits ein Steinkohlenkraftwerk im Bau
  • Bei HKM ist ein neuer Hochofen mit gigantischer Kapazität  im Bau
  • Eine große Kokerei ist bereits in Betrieb gegangen, die Kokerei von HKM wird erweitert

Es spielt also bald auch keine Rolle mehr, aus welcher Richtung der Wind weht. Es ändert sich lediglich die toxische Zusammensetzung.

Die Umsetzung und Strategie hat dabei System:

  1. Es werden direkt mehrere Projekte eingekippt, so daß an mehreren Fronten gekämpft werden muss und sich ein Widerstand der Bürger nicht mehr bündeln kann.
  2. Die Projekte werden möglichst langfristig ohne aufsehen zu erregen eingekippt und die Grundlagen für die rechtlich einwandfreie Durchführung abgesichert.
  3. Es wird der rechtliche Rahmen voll ausgeschöpft, um eine juristische Absicherung der Projekte zu schaffen und die Politiker von Ihrer Verantwortung reinzuwaschen.

Dabei wird ganz bewußt die dahinschwindende Lebensqualität der Bevölkerung in Kauf genommen.

Ganz im Gegenteil: Je mehr Dreck in die Luft geblasen wird, desto einfacher ist es an diesem Ort noch weitere Industrie anzusiedeln, da der „relative Zuwachs“ an Umweltverschmutzung an diesem Ort ja geringer ist.

Und je schlechter es der Bevölkerung geht, desto mehr kann man nach aussen hin jammern und immer weitere Fördergelder abschöpfen.

Bürgerproteste enden grundsätzlich fruchtlos, und da dies den meisten Bürgern auch klar ist, beteiligen sich immer weniger Menschen an Protesten, zumal diese noch zusätzlich durch eine immer schnellere Abfolge von Hiobsbotschaften durch neue Projekte zermürbt werden. Dies führt dazu das die Politiker auch noch behaupten können, das es ja kaum Proteste gibt.

Es ist mittlerweile ein in sich abgeschlossener, sich selbst verstärkender Prozess des Niedergangs.

In den 80ern hatte man noch daran gearbeitet, die Umweltbedingungen im Ruhrgebiet zu verbessern und für ein besseres Image gekämpft, um Menschen anzulocken und den Weg für neue Technologien und Gewerbe zu ebnen.

Dies schlug dann ca. 1990 wieder in das Gegenteil um, wie man an der Bevölkerungsentwicklung eindeutig ablesen kann.

Der Weg der nun eingeschlagen wurde, wird das Ruhrgebiet und insbesondere Duisburg nachhaltig auf unabsehbare Zeit ruinieren.

Den Einwohnern bleibt nur noch eine Wahl: Wer kann der zieht weg!

________________________________________________________________________________________________

http://nuv-online.de/?p=648

http://nuv-online.de/?p=630

Bei vollem Betrieb würden aus dem geplanten Kohlekraftwerk in Uerdingen – trotz modernster Filter – jährlich folgende Schadstoffe freigesetzt (von Trianel geschätzt):

  • 500 kg Cadmium
  • 1.000 kg Arsen
  • 500 kg Thallium
  • 2.000 kg Nickel
  • 600 kg Quecksilber
  • 6.000 kg Blei
  • 400.000 kg Staub
  • und viele mehr

Beim UN-Gipfeltreffen der Umweltminister in der kenianischen Hauptstadt Nairobi kamen nun Vertreter aus 140 Ländern darüber überein, die Verwendung von Quecksilber weltweit zu verbieten. Innerhalb der nächsten zwei Jahre solle eine rechtsverbindliche Regelung erarbeitet werden, kündigte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel an. Doch wie passt das mit dem Kraftwerk zusammen und welche Ursachen hat Quecksiler auf unsere Gesundheit ?

Auch in anderen Industriebereichen (z.B. bei der Erstellung von Energiesparlampen oder etwa bei der Herstellung von Zement !! (siehe geplante Zementfabrik in Krefeld)) ist es schwierig, auf den Einsatz von Quecksilber zu verzichten. Problematischer als der direkte Einsatz von Quecksilber in der Industrie sind aber jene Bereiche, wo Quecksilber an die Luft abgegeben wird – etwa bei der Müllverbrennung, bei der Verarbeitung von Erzen und bei Kohlekraftwerken.

Quecksilber kann in zu hoher Konzentration zu Schäden an Leber, Lunge und Gehirn führen. Bei Schwangeren kann eine Quecksilbervergiftung sogar zum Tod des Fötus führen oder Entwicklungsstörungen verursachen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde hat deshalb sogar einen eigenen Ratgeber für Schwangere herausgegeben, um darüber zu informieren, von welchen Speisefischen werdende Mütter Abstand nehmen sollten.

Freigesetztes Quecksilber bleibt etwa ein Jahr in der Atmosphäre, danach gelangt es in die Gewässer. Im Fettgewebe von Fischen reichert sich Quecksilber immer weiter an – bei Fischen, die am Ende der Nahrungskette stehen, ist die Quecksilberbelastung dann oft so hoch, dass ihr Verzehr auch für Menschen gesundheitsschädlich sein kann.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/378/459024/text/

________________________________________________________________________________________________

Jetzt auch noch ein Zementwerk

Duisburg West, 27.08.2008, Ingo Blazejewski

Geplante Anlage im Krefelder Hafen soll Sondermüll verbrennen und würde über einen 113 Meter hohen Kamin weitere Schadstoffe in die Luft blasen – vermutlich vor allem nach Rheinhausen.

Im Disput über die geplanten Industrieanlagen in der Nachbarstadt Krefeld wird ein weiteres Kapitel aufgeschlagen: Als würde das geplante Steinkohlekraftwerk und die Erweiterung der Müllverbrennungsanlage nicht schon genug Protest aus Rheinhausen hervorrufen, sorgt jetzt noch eine weitere Anlage für Ärger: Im Krefelder Hafen will die Firma Klösters ein Zementwerk bauen.

Das Werk sei eine „verdeckte Sondermüll-Verbrennungsanlage”, sagt Bezirksvertreter Manfred Krossa. Denn für die Verbrennung von Kalksandstein, der als Basis für die Produktion dient, ist viel Energie nötig. Die will die Firma Klösters mit einem Kraftwerk produzieren. Was dabei in den Ofen kommt, sind zu 90 Prozent Abfälle: Kunststoff, Reifen, Altöl, Lösungsmittel. 40 Prozent dieser Abfälle sind als gefährlich eingestuft. Dass Zementwerke Müll verbrennen, ist gängige Praxis.

Insgesamt will Klösters pro Jahr 1,7 Millionen Tonnen Zement hergestellen, das sind rund 7200 Tonnen pro Tag. Die Firma mit Sitz in Kempen, Krefeld und Essen, will das Werk im Hafen auf dem eigenen Grundstück errichten, auf dem sie bereits ein Kalksandsteinwerk betreibt. Der Antrag für den Bau der Anlage liegt jetzt auch der Stadt Duisburg zur Stellungnahme vor. Doch die sieht sich dazu vorerst nicht in der Lage: Die Auswirkungen auf das Duisburger Stadtgebiet seien nicht hinreichend untersucht worden, der Antrag sei unvollständig. Das Vorhaben sei „emissionsreich”, Schadstoffe wie Stickstoffdioxid und Stäube würden „in großem Umfang” ausgestoßen. Und die trägt der Wind bekanntlich nach Rheinhausen.

Eine Frechheit sei diese weitere Belastung, sagen Bezirksvertreter. „Wir sind als Nachbarn doch schon genug gebeutelt”, sagte Vorsteherin Katharina Gottschling. „Krefeld streicht die Gewerbesteuer ein, wir bekommen den Dreck ab”, ärgert sich Krossa. Man ist sich einig, dass „alles Mögliche getan werden muss, um diese Anlage zu verhindern”.

Auch die „Umweltgruppe West” ist erzürnt. „Wieso darf überhaupt eine Neuanlage dieser Art gebaut werden?”, fragt Sprecherin Gisela Komp. Schließlich gebe es gerade im Krefelder Hafen eine hohe Feinstaubbelastung, die Grenzwerte seien im ersten Halbjahr an 44 Tagen überschritten worden, erlaubt sind 35 Tage im ganzen Jahr. Der dortige Bebauungsplan erlaube nur die Ansiedlung von emissionsschwachen Betrieben, eine Zementwerk gehöre sicher nicht dazu. Und erst in diesem Monat sei auch der Luftreinhalteplan für Duisburg in Kraft getreten. „Es erscheint absurd, wenn die ohnehin unvollkommenen Maßnahmen zur Luftreinhaltung durch solche Anlagen zunichte gemacht werden”, sagt Gisela Komp.

Die Pläne sind auch in Uerdingen selbst umstritten. Denn es geht nicht nur um die direkten Abgase aus dem Werk, die ausschließlich durch Gewebefilter strömen und dann über einen 113 Meter hohen Kamin in die Luft geblasen werden sollen. Vor allem die Verkehrsbelastung dürfte durch das Werk deutlich anwachsen.

Denn die Einsatzstoffe und Produkte, das sind mehrere Millionen Tonnen an Hüttensand, Sandstein und Flugasche sollen über Bahn und Schiff, aber vor allem auch durch Lkw transportiert werden.  Berechnete Zahl der Laster, die für das Werk über die Straße rollen sollen: 190 pro Tag.

________________________________________________________________________________________________

 http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/sued/2008/6/19/news-56709413/detail.html

Müllverbrennung Krefeld: viermal mehr Stickoxide

Duisburg Süd, 19.06.2008, Martin Kleinwächter

 

,

Trackback-URL

Nach HKM-Kokerei und Steinkohlekraftwerk Uerdingen wird jetzt auch für die dritte Großanlage in der Region eine starke Erhöhung ihrer Kapazität geplant

Noch keine Grundlage für eine eigene Position zur geplanten Erweiterung der Müllverbrennungsanlage in Krefeld sieht die Stadtverwaltung. In der dortigen Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage werden überwiegend Kommunal- und Gewerbeabfälle aus Krefeld, Mönchengladbach sowie den Kreisen Viersen und Neuss verbrannt. Das Genehmigungsverfahren wurde Anfang 2007 eingeleitet. Beantragt ist, einen fünften Brennkessel mitsamt Rauchgasreinigung zu errichten und die Rauchgasreinigung der alten vier Kessel zu ändern. Insgesamt soll die Kapazität der Anlage von heute 55,3 Tonnen Müll je Stunde um 50 % auf 80 Tonnen gesteigert werden. Die Kapazität für Schlacke soll um50 000 Tonnen im Jahr, die für Filterstaub um 7 000 Tonnen erhöht werden. Durch die Erweiterung und die Umstellung auf eine so genannte „trockene Rauchgasreinigung”, so die Stadtverwaltung, würde sich der Abgasvolumenstrom von heute 240 000 Milliardstel verdoppeln. Weil auch das Entstickungsverfahren geändert werden soll, müsste ein gegenüber heute doppelt so hoher Emissionsgrenzwert von 200 Tausendstel Gramm je Kubikmeter Luft genehmigt werden. Zwischenfazit aus Duisburger Sicht: „Insgesamt bedeutet dies für Stickoxide eine Vervierfachung der Emissionsmenge und konterkariert die aktuelle Maßnahmenplanung zur Verbesserung der Luftqualität.” Die Stadt vermisst insbesondere Berechnungen der künftigen Dioxin-Niederschläge in der Umgebung. Sie befürchtet eine Zunahme der Feinstaub-Problematik und fragt nach der künftigen Lärmbelastung in Ehingen.

Duisburg – Konjunkturpaket ohne Konjunktur

Wo sind konkrete Konjunkturmaßnahmen zu sehen?

Und wo versickern die 66,830440 Millionen EUR eigentlich?

In vielen kleinen Artikeln wird darüber berichtet das das Geld fliesst, aber es gibt keine konkreten Angaben wofür das Geld ausgegeben wird!

Da gibt es zwar ein paar sinnvolle Angaben für KiTa’s und Schulsanierungen, aber nur mit einem Geamtbudget von 2,07 Mio. EUR.

Oder Infrastrukturmaßnahmen in Form von „lärmmindernden Straßenbelag“ auf 2 Straßen mit einem Budget von rund 1,8 Mio. EUR.

Was passiert mit den restlichen 93% bzw. 62,5 Mio. EUR von dem Konjunkturpaket?

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2009/2/20/news-112035094/detail.html

Wo ist die Liste mit den Maßnahmen im Wert von 87 Mio. EUR ?

Versickert dieses Geld wieder einmal ohne weitere Kommentare?

Und vor allem wie wird die Konjunktur durch „barrierefreie Promenaden“ und „lärmmindernden Strassenbelag“ angekurbelt?

Die Infrastruktur wird damit nicht saniert, höchstens der Wohnwert punktuell für ein paar verdiente Genossen erhöht.

Die neueste Mode in Duisburg ist es, bei Baustellen im Strassenbereich die Deckschicht des Strassenbelags nicht mehr wiederherzustellen. Es blieben dauerhaft Kanten im Asphalt von mehreren Zentimeter erhalten und es scheint keinen mehr zu interessieren. Welchen Sinn soll so etwas haben?

Und wieso werden mit dem Geld nicht die vollkommen desolaten Straßen zumindest einmal großflächig ausgebessert?

Konjunkturpaket angekommenKonjunkturpaket angekommen

Die Strategie ist offensichtlich dieselbe wie die Förderung einzelner Bereiche oder Stadtviertel!

Ein wenig gezielte Show um den Anschein zu erwecken es würde etwas getan. Das Prinzip Brot und Spiele!

Die vielen Beratungen dienen wahrscheinlich eher dazu sich um den fetten Kuchen zu streiten und zu überlegen, wie man möglichst viel davon auf welche Art und Weise in die eigene Tasche wirtschaftet.

Ganz gemäß der Tradition der vergangenen Jahre …