Duisburg hat bald nur noch angenehme Seiten für Besucher und vor allem seine Einwohner zu bieten.
Die Toten des Mafia-Kriegs sind noch nicht vergessen, da bricht nun ein Rocker-Krieg über Duisburg herein.
Gott sei Dank spielt sich dies im Rotlicht-Viertel ab, das ist ja schon ausserhalb des geheiligten Innenstadt-Bereichs und tangiert unsere parteiliche High Society somit nur Peripher.
http://www.rp-online.de/public/article/duisburg/776974/Rocker-Krieg-Polizei-richtet-Soko-Rocker-ein.html
Rocker-Krieg: Polizei richtet Soko “Rocker” ein
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 01.11.2009 - 16:10
NRW (RPO) Der Rocker-Kampf zwischen “Hells Angels” und “Bandidos” eskaliert. In Duisburg kam es in der Nacht zu einer Massenprügelei, kurze Zeit später fielen in Solingen Schüsse. Zudem wurde eine Granate geworfen. Die Polizei wurde von der brutalen Prügelei im Duisburger Rotlichtviertel offenbar überrascht. Anfänglich waren nur zwei Streifenwagen vor Ort.
Die Gewalt der Nacht nahm in Duisburg ihren Anfang. Nach Polizeiangaben drangen gegen 21.10 Uhr etwa 50 mit Schlagstöcken bewaffnete Anhänger des Motorradclubs “Hells Angels” in eine Rockerkneipe im Rotlichtviertel ein und griffen die Besucher an. Dabei ging die Einrichtung zu Bruch. Die Kneipe ist Treffpunkt der “Bandidos”.
Zuvor hatten sich etwa 30 bis 40 “Bandidos” von ihrer Kneipe an der Charlottenstraße aus auf den Weg zu einem nur wenige Meter entfernten Bordell an der Julius-Leber-Straße gemacht. Das Laufhaus soll nach Informationen unserer Redaktion von den verfeindeten “Hells Angels” kontrolliert werden.
“Bandidos” wollten Bordell stürmen
Offenbar wollten die “Bandidos” das Laufhaus stürmen. Die “Hells Angels” wussten jedoch im Vorfeld von den Plänen und warteten bereits auf die “Bandidos”. Auf der Charlottenstraße kam es dann zum Aufeinandertreffen.
Die Polizei in Duisburg war mit zwei Streifenwagen im Zuge des Objektschutzes vor Ort, konnte zunächst aber nichts gegen die vielen Rocker ausrichten und wurden nach eigenen Angaben zu Beginn des Kampfs überrannt. “Wir hatten keine Informationen darüber, dass an dem Abend etwas passiert”, betont Fischer. Deswegen seien auch nur zwei Streifenwagen im Rotlichtviertel gewesen.
Die rund 100 Polizisten, die insgesamt im Einsatz waren, blieben unverletzt. Festnahmen gab es keine. Die “Hells Angels” konnten in Kleinbussen flüchten. Die Polizei sperrte das Gebiet dann ab. “Es war eine zielgerichtete Aktion. Alles lief binnen einer halben Stunde ab. Deswegen konnten wir niemanden festnehmen”, erklärt Manfred Fischer, Pressesprecher Polizei Duisburg.
Gegenangriff in Solingen - Schüsse auf Kinderzimmer?
Die Reaktion der Rocker ließ offenbar nicht lange auf sich warten: In Solingen warfen Unbekannte am frühen Sonntagmorgen gegen 1.50 Uhr eine Handgranate durch ein Fenster in das Clubhaus “Angel Place” der “Hells Angels”. Zeitgleich fielen vor dem Haus Schüsse. Die Handgranate explodierte nicht. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben der Polizei hielten sich 20 Personen in dem Gebäude auf.
“Mehrere Kugeln sind in die Hausfassade eingeschlagen. Die Handgranate ist von Experten der Bundespolizei kontrolliert gesprengt worden”, sagt Michael Bartsch, Polizeipressesprecher Solingen, auf Anfrage unserer Redaktion. Zudem sind Kugeln offenbar auch in die Fensterscheibe eines Kinderzimmers eingeschlagen. In dem Gebäude sollen im Obergeschoss auch Familien der “Hells Angels” wohnen.
Auch wenn noch nicht feststeht, dass es sich bei dem Angreifern um Mitglieder der “Bandidos” handelt, liegt dieser Schluss nahe. In der Nacht fielen auch Schüsse auf das “Bandidos”-Clubheim in Essen (Stadteil Borbeck). An der Türscheibe des Clubheims, in dem sich zum Tatzeitpunkt niemand befand, wurden einer Polizeisprecherin zufolge zwei Einschusslöcher entdeckt.
Polizei zog Beamte ab
Bis vor wenigen Tagen hatte die Polizei den Solinger “Hells-Angel-Treff” noch überwacht, zog dann aber die Beamten wieder ab. Grund: Der mutmaßliche Todesschütze von Duisburg, der Anfang Oktober ein “Bandido”-Mitglied auf offener Straße erschossen hatte, soll den “Hells Angels” in Solingen angehören. Deswegen wurde dort ein Anschlag befürchtet.
Offenbar rechnete die Polizei aber nicht mehr damit und zog ihre Beamten vor wenigen Tagen von der Überwachung ab. Hinweise auf einen Anschlag hätten nicht vorgelegen. Die Einsatzkräfte vor Ort waren damals auch mit Maschinenpistolen ausgerüstet.
Rockerkrieg entflammt
Nach den Ereignissen der vergangenen Nacht dürfte der Rockerkrieg in NRW nun endgültig entflammt sein. Nachdem Anfang Oktober vor dem Lokal an der Charlottenstraße im Duisburger Rotlichtviertel ein 32-jähriges Mitglied der “Bandidos” auf offener Straße erschossen wurde, rechnete man damit, dass die “Bandidos” als erste “zurückschlagen” werden.
Der mutmaßliche Todesschütze, ein 31-jähriger Kampfsport-Profi, hat sich einen Tag nach dem Anschlag der Polizei gestellt. Er gehört dem Umfeld der “Hells Angels” an und sitzt noch in Untersuchungshaft. In Rockerkreisen bleibt ein solcher Anschlag selten ungesühnt. Ein solcher Angriff auf den Hauptsitz des Feindes ist als offene Kriegserklärung zu werten.
“Soko Rocker” soll Polizei Münster leiten
Im Rockerkrieg geht es um Geldsummen in Millionenhöhe. Die Banden sollen in vielen Städten Deutschlands Drogengeschäfte, Prostitution und Diskotheken kontrollieren. In Berlin tobt seit geraumer Zeit ein regelrechter Rockerkrieg der auch bereits einige Todesopfer forderte.
Nach den Vorfällen der vergangenen Nacht stellt die Polizei zurzeit eine Sonderkommission zusammen. Die Führung soll nach Informationen unserer Redaktion die Polizei in Münster übernehmen. “Wir sammeln gerade alle Fakten und planen jetzt eine gemeinsame Einsatzgruppe”, sagt Nicole Knauer, Polizei Essen. Die Polizei in Münster kennt sich aus im “Rockerkrieg”. Vor Zwei Jahren ist dort ein Mitglied der “Hells Angel” von den “Bandidos” münsterländischen Ibbenbüren erschossen worden. Der Prozess fand im Landgericht Münster statt.
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